Posts mit dem Label opel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label opel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. September 2009

ich bin jacks eventueller rückzug

"wie im kindergarten" war mein erster gedanke als ich folgenden artikel gelesen hatte, kurzfassung: general motors möchte nun opel offenbar doch nicht verkaufen...

der neue mann an der spitze des sechzig%staatskonzerns hat festgestellt, dass opel im besitz von technologie ist, die gm in der zukunft helfen kann... und damit meint er explizit die spritspartechnik...

-> ich bin jacks späte einsicht...

schön, dass es nur diese eine krise und einen dreistelligen (oder vielleicht mittlerweile schon vierstelligen) milliardenbetrag brauchte, damit die us-amerikaner anfangen zu verstehen, dass auch autos unter zehn liter hubraum / respektive der gleichen zahl an benzinverbrauch fahrbar sind...

ich bin schonmal -im falle des verbleibs bei gm- auf die empörten reaktionen auf den zu erwartenden jobabbau gespannt...schätze da können die beschäftigten menschen- und lichterketten machen, soviel sie wollen...wenn sie nicht wollen dass die lichter im werk ausgehen, müssen einige weggehen...

Montag, 18. Mai 2009

ich bin jacks unsichtbare hand

nun also doch: im falle der -immer deutlicher werdenden- insolvenz von general motors (wir erinnern uns: vor gar nicht allzulanger zeit größter automobilhersteller der welt) wird deutschland die opel anteile übernehmen und in einer treuhandgesellschaft "parken"... wie bereits erwähnt: opel ist praktisch nur noch der name, ansonsten sind fast alle patente bei gm... aber hauptsache opel ist gerettet...in der pleitenwelle sehen viele analysten und kolumnisten sich wieder in ihrer ansicht bestätigt, dass der markt nicht funktioniert, der kapitalismus habe versagt und der staat solle sich wieder mehr einmischen...

dagegen muss man nun argumentieren, dass die wirtschaft auch nicht wirklich funktionieren kann, wenn jede interessensgruppe ihre schäfchen ins trockene bringen will und sich nicht um die "gesetze des marktes" schert, bzw die sogenannte unsichtbare hand des marktes in ihrer bewegungsfreiheit einschränkt...

die trockene theorie besagt schlicht und -zugegebenermaßen ziemlich- einfach, dass ein unternehmen gewinn erwirtschaften kann, wenn der umsatz die kosten übersteigt...sobald die kosten den umsatz übersteigen ist folglich auch kein gewinn mehr möglich und der unternehmer sollte sich innerhalb einer gewissen frist überlegen, wie das problem zu lösen ist oder den betrieb aufgeben...
je kleiner das angebot, desto höher kann der preis eines produktes sein und umgekehrt je höher das angebot eines produktes ist, desto kleiner wird zwangsläufig der preis...oder sollte er zumindest sein... so und nicht anders funktioniert wirtschaft, wer nicht in der lage ist, konkurrenzfähig zu sein, verschwindet wieder vom markt... aber heutzutage hat das alles eher weniger mit wirtschaft zu tun als mit finanzspekulationen und politik...

die ganze opel-geschichte ist zu einem riesigen politikum verkommen, alle parteien umschwärmen die opelmitarbeiter mit versprechungen und diversen rettungsplänen um -wer hätte es gedacht- dieses thema auch gleich für die bundestagswahl zu abonnieren... nochmal kurz eine grundregel der politik: politiker wollen wiedergewählt werden... und da in deutschland ein großteil der arbeitsplätze direkt oder indirekt an der autobranche hängt, sollte es sich der gemeine politiker tunlichst nicht mit besagten arbeitern verscherzen...

-> ich bin jacks ehrgeiziges ziel

mit anderen worten: es ist absehbar, dass versucht wird, opel künstlich am leben zu erhalten... und das ist nichts weiter als der geforderte eingriff in den markt, der allerdings auch das versagen des marktes unterstützt, denn so wird die dringend notwendige konsolidierung des marktes (marktbereinigung) nur sinnlos herausgezögert und das überangebot am markt bleibt bestehen...aus überangebot folgt ein niedriger preis und aus -zu- niedrigen preisen folgt eine mangelhafte kostendeckung...
so werden auch diejenigen unternehmen, die eigentlich nach besagter marktbereinigung aus eigener kraft am markt geblieben wären, mit ins finanzielle chaos gezogen...

es wäre die ideale situation um -wie vielerorts gefordert- die krise als chance zu sehn und eine grundlegende umgestaltung anzupacken... so hart es klingen mag uns so unbeliebt mich diese aussage bei allen arbeitnehmern machen mag, aber unternehmen die sich am markt nicht halten können, sollten auch verschwinden... und mit vorhandener infrastruktur von opel bzw general motors hätte man einiges neu anfangen können...da alle politiker und experten immer wieder gerne parolen wie "weg vom öl, hin zu regenerativen energien" medienwirksam von sich geben, hätte man können doch bei opel den anfang machen...
der anfang wurde von opel selbst gemacht mit einem elektroauto namens ampera... darüber hinaus gab es vor einiger zeit ein angebot einer firma namens "solarworld", welche die deutschen opel standorte übernehmen wollte...

hier der bericht
hier noch ein bericht
und noch einer

einziges problem war allerdings, dass solarworld "kompensationszahlungen" vom staat sowie bundesbürgschaften in höhe des kaufpreises wollte...
also sie hätten opel quasi umsonst bekommen...aber das wäre die ideale chance gewesen um zu verhindern, dass die deutsche autowirtschaft wie beim hybridantrieb nicht schon wieder den zug verpasst und den asiaten ehrfürchtig beim erfolgreich sein zuschauen muss...oder gar opel´sche elektrotechnik als ideale ergänzung zu einem -vielleicht bald erscheinenden, serienreifen und konkurrenzfähigen- deutschen hybridantrieb...

der von solarworld gebotene kaufpreis betrug eine milliarde euro...(die der staat im endeffekt hätte aufbringen müssen...)

wenn unser staat schon 18 milliarden euro für 25% + eine aktie der commerzbank ausgibt, welche insgesamt (!) nur noch schwache vier milliarden wert ist (zum auf der zunge zergehen lassen und in zahlen: 18.000.000.000 für 25% von 4.000.000.000...also 1.000.000.000...ja, richtig...das 18f ache...) dann könnte man genausogut die grundsteinlegung einer zukunftstechnologie im großen stil finanzieren ...

-> ich bin jacks kostenrechnerischer supergau

naja, wieder eine chance vertan, wir sehen dann bald asiatische elektroautos zusammen mit asiatischen hybridfahrzeugen auf unseren straßen und der großkonzern "opiat" (oder vielleicht "fipel"...?) wundert sich vielleicht, dass die "hochzeit im himmel" schon vor dem verflixten siebten jahr vor einem scherbenhaufen steht...in diesem sinne wünschen wir "guttschi" guttenberg ein glückliches händchen in der sache...

Sonntag, 10. Mai 2009

ich bin jacks maroder automarkt

es verging in den letzten wochen kein tag ohne neue hiobsbotschaften, die BILD fand heraus, dass die mexikogrippe, the artist formerly known as "schweinegrippe" nicht mehr zu stoppen ist und rund um den globus kommen die autohersteller in immer schwierigeres fahrwasser...

weltweite überkapazitäten, zu hohe produktionskosten und -wenn man mal von indien und asien absieht- gesättigte märkte...all das sind hausgemachte probleme der hersteller...

allen voran immer die schlagzeilen um die ehemals deutsche traditionsfirma opel, heute ein retortenkind von general motors unter dessen motorhauben nun das standardisierte ergebnis einer mehrmarkenstrategie steckt, austauschbar, künstlich, kühl...

sicherlich, es gibt experten, die der marke opel einen großen wert zuschreiben, die etwas von "heritage" erzählen und vergleiche ziehen zwischen dem neuen insignia und den früheren flagschiffen kapitän oder senator...leider sind die verfechter des markenwerts nur solche, die mit opel groß geworden sind...sprich schon ein gewisses alter haben und privat höchstwahrscheinlich mercedes oder audi fahren...

konsequenterweise sollte man sich nun fragen, was von glanz vergangener tage geblieben ist...augenscheinlich nicht sonderlich viel, sonst würde es opel besser gehen...
überlegen wir mal kurz was es an produktpalette gab und gibt:
astra, vectra, omega, corsa... die ersten drei noch profilloser als formel eins reifen (slicks), langweilig und bieder drückten sie das opel image in den keller...lediglich der corsa erfreute sich als kleinwagen einer gewissen beliebtheit, zog aber gegen den polo zu oft den kürzeren...

das neuste kind der opelaner, besagter insignia, wird im direkten optischen vergleich zu mercedes c oder e klasse, audi a4, a5 und a6 sowie 3er und 5er bmw den kürzeren ziehen...
auch trotz diverser auszeichnungen, die vielleicht auch nur aus mitleid an opel vergeben wurden...

-> ich bin jacks biederer beamtenflitzer

das ist in etwa das image, was audi in den 80ern innehatte...es dauerte mehr als 20 jahre um davon wieder loszukommen und aktuell mercedes den spitzenplatz im deutschen automobilbau streitig zu machen...

nun möchte fiat sich als tollkühner retter etablieren und -nicht ohne eigeninteresse- den karren aus dem dreck ziehen...auch fiat kämpft mit der aktuellen marktlage und erhofft sich -vielzitiert und oftbenutzt- synergieeffekte, kostenvorteile und einen starken verbund...kurz gesagt: eine gerngesehene win-win situation...

es würden dann zusammen antreten: fiat "fehler in allen teilen" und opel "biederes gähn image" samt europadivision von GM "der markt braucht keine spritsparenden kleinwagen" ...
rein mathematisch ergibt minus + minus immernoch minus...aber man kann sich alles schönreden...

skeptiker befürchten ein scheitern des multimarkenkonglomerats aus fiat, ferrari, alfa romeo, lancia, opel, saab und gm ... zu groß seien die überschneidungen und zu ähnlich die zielgruppen...

andererseits klappte das konzept bei VW (zusammen mit audi, seat, skoda, bugatti, scania etc) über die jahre recht gut...

optimisten hingegen beschwören die vielfalt der markenidentitäten: fiat, alfa und lanca für die italienische leichtigkeit des seins, gm für den american way of unbegrenzte möglichkeiten und opel als botschafter für german engeneering... so weit so gut, allerdings war hier sicherlich der wunsch nach erfolg vater des gedanken...

was aber -ungeachtet des ausgangs des schauspiels- schon klar ist:
- opel braucht sicherlich mehr als die drei milliarden euro, die seit geraumer zeit in den medienberichten herumgeistern
- opel hat kaum noch eigene patente, grund und boden, know how...nichts
- opel kann aus diesem grund alleine nicht überleben
- es wird ein langer weg...