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der tag der abreise aus prag war geprägt von einer weiteren tour durch die stadt...wir mussten von unserem appartement in der neustadt kurz über die moldau bis tief in die kleinseite um der agentur ihre schlüssel wieder zu bringen...glücklicherweise konnten wir dort die koffer in einem sicheren raum verstauen und den rest des tages ohne schweres und auf dem vorherrschenden kopfsteinpflaster extrem ratterndes reisegepäck verbringen...
die tour verschlug uns in ein restaurant, wo wir für nur 38 euro (mittagsspeise und getränke) richtig satt wurden...deftige original tschechische küche: gulasch, knödel und kartoffeln...
geschmeckt hatte es auch noch und das ambiente stimmte ebenfalls...zu diesem preis mehr als empfehlenswert...
-> ich bin jacks tschechische gaumenfreude...
anschließend besuchten wir noch die moldauinseln und ruhten ein wenig im schatten der bäume...dass wir etwas abgeschlagen waren an diesem tag könnte unter umständen damit zusammenhängen, dass die grüne fee tags zuvor uns in unserer stammkneipe gesellschaft geleistet hatte...die society munkelte...
der tag verstrich ohne nennenswerte aufreger und schon bald saßen wir wieder am flughafen und mussten unser letztes geld (in deutschland werden keine kronen mehr umgetauscht) im duty free shop gegen harte waren tauschen... als nichtraucher entschieden wir uns dann für spirituosen...
als alte trendsetter die wir ja sind, haben wir das auch gleich im ausland weitergeführt:
wir kamen direkt zum angegebenen boarding zeitpunkt am gate an und waren angenehm überrascht dass noch nicht das übliche "ich will als erster" gedränge herrschte und so stellten wir uns mal direkt ganz vorne an die schranke...
es dauerte keine zwei minuten und ein raunen ging durch die halle und alle anderen sprangen auf und stellten sich auch an... ein lustiges schauspiel welches wir und das schalterpersonal sichtlich amüsiert wahrnahmen...
da wir uns sechs euro gespart hatten, durften wir nicht als erste an bord sondern mussten den mondänen reisenden mit "priority boarding" den vortritt lassen...diese durften als erste in den bereitgestellten bus steigen...
einer der besagten priority booker hatte sogar eine dame des schalterpersonals darauf hingewiesen, dass doch der bus bitte mit ihnen vorfahren solle, schließlich hätten sie priority booking gezahlt...lustigerweise fuhr dann auch dieser bus mit vier priorisierten fluggästen alleine zum flugzeug... unter gesichtspunkten wie "auslastung" die reinste katastrophe...das wertlose fußvolk wurde in einen zweiten bus gestopft...(auslastung hier: 353% mindestens)...
-> ich bin jacks kleines ungleichgewicht...
als wir dann endlich im flugzeug saßen und zur startbahn rollten, wurden leise erinnerungen an new york wach: auf grund von verdammt viel betrieb am prager flughafen, welcher nur eine start- und landebahn besitzt, standen wir ersteinmal in der warteschlange... glücklicherweise zweiter von vielen und so kam es "nur" zu knapp zwanzig minuten verspätung...was auch zur folge hatte, dass wir von der "another ryanair flight oooooooon time" fanfare verschont blieben...alles hat auch seine guten seiten...
-> ich bin jacks ironie des schicksals...
denn auf unserem vogel prangte gut lesbar folgender satz:
einkaufen in prag entpuppte sich als schwieriger als gedacht...zwar kann man an fast jeder ecke jeden erdenklichen schrott in kleinen lädchen kaufen, angefangen von diesen bällen mit waschbärschwanz die unkontrolliert durch die gegend rollen bis hin zu traditionell hergestellten zahnbürsten aus dem teuren bioladen... aber kapitalistisch-konsumistisch geprägte supermärkte machten sich im gegensatz zum von aldi und co verwöhnten heimatland geradezu rar... erst durch nachfragen wurden wir auf einen tesco markt aufmerksam, welcher sich nahe dem zentrum im untergeschoss eines schnöden plattenbaus befand...dort gab es dann aber auch wieder fast alles erdenkliche an essen zu kaufen...theoretisch sehr gut, praktisch aber standen wir mal wieder vor der sprachbarriere und haben versucht, nach den bildern auf den packungen zu kaufen... größter "erfolg" war hierbei der kauf der vermeintlichen butter... die anderen drei mitgereisten wollten ihr köstliches brot aus dem bioladen nicht ohne butter zwischen brot und belag essen und so kauften wir nach längeren taktischen beratschlagungen schließlich einen 250gr quader, der von der form und der verpackung her butter hätte sein können...man sollte erwähnen, dass uns von keiner anderen aufschrift der anderen produkte die auswahl erleichtert wurde...weder durch eine bezeichnung die auf butter schließen ließ, noch durch eine, die das ausschlussverfahren erlaubte...
nachdem wir dann im endeffekt für knappe zehn euro für vier personen zur genüge eingekauft hatten und die die anderen voller vorfreude die butter öffneten, fiel uns schon direkt die etwas weißliche farbe auf... anders als die gewohnte gelbe deutsche butter... auch der geschmack fiel laut urteil meiner mitreisenden etwas lau aus...aber keiner trug ernsthafte folgen des konsums davon, so stempelten wir die mangelnden farb- und geschmackseigenschaften als landestypische eigenart ab...wieder daheim in germany angekommen offenbarte dann ein übersetzungsprogramm, dass besagte mitstreiter drei tage lang schweineschmalz auf ihr brot gestrichen hatten... weitaus weniger schlimm aus die befürchteten anderen möglichkeiten...angefangen bei friteusenfett...
aber einkaufen in prag sorgt nicht nur für überraschenden inhalt weil man die produktbezeichnung nicht lesen bzw interpretieren kann, auch wenn eine eindeutig identifizierbare aufschrift vorliegt kann man sich nicht darauf verlassen, den erwarteten inhalt auch vorzufinden... so kauften wir beispielsweise "honey & nut" flakes, die sich beim ersten kauf als schmackhaft erwiesen hatten und sich somit für einen wiederkauf qualifizierten...
daheim angekommen mussten wir feststellen, dass sich überraschenderweise stinknormale cornflakes in der packung befanden...
in den malerischen gassen der altstadt finden sich alle drei bis fünf häuser die aus allen touristenstädten bekannten souvenirläden, die scheinbar immer von den gleichen aufdringlich nervigen indern / türken / arabern geführt werden...stehenbleiben wird als direkte kaufabsicht missinterpretiert... hier gibt es lustige selbstironische shirts mit der aufschrift " I LVE PRG", diversen kleinkram sowie sporttrikots von adidas, nike und co für "good preissss" von offiziell 15 eur (VHB) ... dieses brüllerangebot sollte eigentlich skepsis erregen...vor allem wenn auf den adidas klamotten vier streifen prangen...
aber es geht auch subtiler:
na wo ist der fehler?
-> ich bin jacks unübersehbares qualitätsmerkmal...
wenn einer eine reise tut...dann geschehn gar wunderliche dinge...
mich hat es letzte woche nach prag verschlagen, das erste mal dass ich mich in ein land des ehemaligen ostblocks gewagt hatte... möglich wurde das durch einen bekannten billigflieger der mich und drei freunde von der uni kostengünstig in den sonnenuntergang flog...
prag in kürze:
- viele alte und gut erhaltene gebäude
- unendlich viele kneipen
- viele touristen
- viele baustellen
- schreckliche ampelphasen
- keine vokale
man muss nicht mal direkt in die altstadt gehn, um von der vielfalt der gründerzeitgebäude überwältigt zu werden, vor allem am moldauufer zeigen sich die meisten gebäude in einem top zustand: bürgerhäuser, reich verziert und in vielen bunten farben, reihen sich wie eine perlenkette auf und laden zum flanieren am ufer ein, an fast allen größeren plätzen zeigen sich die kirchen und häuser von ihrer besten seite und werden des nachts mit scheinwerfern eindrucksvoll in szene gesetzt...
auf einem berg über der stadt thront die prager burg, die größte zusammenhängende burganlage der welt, komplett renoviert, mit jeder menge grünanlagen und zudem wohnsitz des präsidenten...
ein weiteres merkmal war die beeindruckende anzahl an kneipen...es gab beinah keine straße oder gasse, in der nicht mindestens ein "pilsner urquell" schild leuchtete und zum biertrinken einlud...prag dürfte in einem ranking der größten kneipendichten weltweit einen der vorderen plätze einnehmen...
genauso vielfältig wie die kneipen war deren preisgestaltung: in manchen gab es 0,5l schmackhaftes bier für 23 kronen, was umgerechnet weniger als ein euro war... andere selbsternannte szenekneipen verlangten auch schonmal 75 kronen... ein preis, der in etwa an das heimische niveau heranreicht...
wo es soviel zu sehen und soviel zu saufen gibt, sind natürlich die touristen auch nicht weit...auf der karlsbrücke beispielsweise konnte man neben den vielen straßenmusikern und künstlern auch menschen aus aller herren länder treffen...von a wie australien bis z wie zaire (schätze ich jetzt einfach mal...)
in der stadt selbst konnte man den gemeinen touristen ganz einfach daran erkennen, dass er (wie wir übrigens auch) mit einer stadtkarte in der hand versuchte, im gewirr von kleinen und kleinsten gassen zurecht zu kommen...
-> ich bin jacks tschechisches labyrinth
die ganze pracht der prager gebäudelandschaft kommt natürlich nicht vom nichtstun und das alter nagt zunehmend an den sehenswürdigkeiten, so war zum beispiel die karlsbrücke über zwei drittel ihrer länge mit einem baugerüst versehen, um dringende renovierungsarbeiten durchzuführen... das zerstörte natürlich das fotomotiv aber beschert der brücke andererseits vielleicht die nächsten hundert jahre standhaftigkeit... dieses bild präsentierte sich auch an anderen stellen: auf der burg, an diversen kirchen in der stadt und an vielen normalen häusern... emsige bauarbeiter schufteten für den glanz der stadt...
wenn man als fußgänger unterwegs ist, muss man zwangsläufig mal die straße überqueren, soweit kein problem... es gibt städte, bei denen die grünphase lang genug ist, damit auch ein rentner über die straße kommt... es gibt städte wie new york, da ist die grünphase nicht unbedingt lang, aber die autofahrer warten geduldig, bis auch der letzte seinen allerwertesten auf die andere seite geschafft hat... und es gibt prag...
dort hat man für vier fahrspuren und zwei als besonderes schmankerl in der mitte angeordnete straßenbahngleise gute fünf sekunden (ich habe auf die uhr geschaut) ... während dieser zeit kommt man bestenfalls bis zur mitte...und die straßenbahn bremst -wie wir erfahren mussten- nicht für fußgänger...
-> ich bin jacks sprinterampel
sollte je jemand behaupten, man könne dies in normalem schritttempo schaffen, so ist es sicherlich ein mythos und bedarf einer überprüfung durch den galileo fake check...
selbst ein gewisser herr bolt hätte mit dieser ampel wohl seine probleme...
ein merkmal der tschechischen sprache ist die chronische vokalarmut... ganze wörter kommen ohne a e i o u aus und haben doch einen sinn und die einheimischen haben keine probleme "scvrnkls" oder "scvrkprd auszusprechen... knoten in ausländischen zungen sind vorprogrammiert und die chirurgen in den prager krankenhäusern sicherlich bestens darauf vorbereitet...
-> ch bn jcks zngnbrchr
mehr davon morgen...