am wochenende war ich mit einem sehr guten kumpel mit dem auto unterwegs, unser ziel war die bierbörse in der ehemaligen bundesdeutschen hauptstadt... der hinweg verlief ohne nennenswerte zwischenfälle unter benutzung der autobahn...auf dem rückweg allerdings haben wir eine falsche auffahrt genommen und landeten so auf einer autobahn, die nach kurzer zeit in eine bundesstraße mündete und am rechten rheinufer entlang führte...
nach kurzem blick in den straßenatlas wurde klar, dass umkehren so schnell nicht machbar wird und uns unnötige kilometer kosten würde... und so entschieden wir uns dazu, die beschauliche fahrt am rheinufer fortzusetzen...es war samstag nachmittag und wir beide hatten eh nichts besseres zu tun...
und wie das immer so ist, redet man sich fehler gerne mal selbst schön...wir machten das wie folgt:
ich: ähm...das war die falsche abfahrt...
er: oh...mist...und jetzt?
ich: laut atlas kommen wir auf die b9 und fahren dann am rhein lang...
er: ok...dauert länger...
ich: jo...macht aber nix, oder?
er: nein...
ich: wir sehen das schöne rheintal...
er: und dort gibt es sicher keine staus wie auf der autobahn...
ich: stimmt...
nach einiger zeit auf besagter bundesstraße:
ich: ist doch recht angenehm hier...wenig verkehr...schöne aussicht...
er: stimmt...
ich: und wir erleben kultur hautnah...
-> ich bin jacks leicht hedonistische reiserechtfertigung
es war mal eine angenehme alternative dass man um des reisens willen reist...sicher wollten wir auch irgendwann mal ankommen...aber hier war der weg das ziel und das weltkulturerbe mittelrheintal zeigte sich an diesem mittag von seiner schönen seite...pittoreske historische stadtkerne, grüne uferpromenaden...unzählige gründe warum der tourismus dort noch floriert...
in koblenz wurde dann die rheinseite gewechselt ...dann ging es linksrheinisch weiter nach süden...
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Sonntag, 25. Juli 2010
Mittwoch, 17. Juni 2009
ich bin jacks nonkonforme südseite
eine weitere kurze unterbrechung der USA berichte reihe mit der ankündigung, dass dieses wochenende auf grund nachfolgend genannter umstände auch wieder eine kleine beitragsflaute herrschen wird... ich bin ja sowas von im stress... (mitleidsbekundungen sind wie immer gerne gesehn...)
der durchschnittliche deutsche spießer hat es gerne bequem: neubaugebiet... reihenhausidylle mit fünfzehn quadratmeter -bestenfalls- englischem rasen vorm haus und eine garageneinfahrt mit hübsch anzusehendem weißen kies... getreu dem motto "my home is my castle" verschanzt der moderne arbeitnehmer sich gern übers wochenende darin, bei schönem wetter wird die liege in den kleinen garten gerollt und die vorstadtidylle ist perfekt...nestbau nennt sich dieses verhalten auch...
sollte besagte menschen dann doch mal das fernweh packen, dann gehts ab in den robinson club urlaub wo man auch abseits der heimischen vier designtapezierten wände bis zum äußersten verhätschelt und verwöhnt wird...warum sollte man denn auch auf gewohnten komfort verzichten?
es soll ja auch menschen geben, die dem campingwahn verfallen sind... mit einem ebenfalls hochgezüchteten wohnwagen, trailer oder wohnmobil gehts ab auf die campingplätze dieser welt, meist in guter deutscher wirtschaftswundertradition ab über die alpen nach italien...vor ort auf den stellplatz rangiert, die gartenzwege ausgepackt und dann das heimische tv programm per sat schüssel bei einem kühlen deutschen bier genießen...und während oder nach der sportschau die trainerdiskussionen am laufen halten...die nachbarstellplätze sind schließlich auch fest in deutscher hand...
-> ich bin jacks spießige hölle auf erden
für sämtliche gerade beschriebenen gruppen ist es nahezu unverständlich dass es noch andere arten von urlaub gibt...sei es drei wochen usa mit teils spontanen entscheidungen über reiseziele und ständigem aus dem koffer leben...
morgens nicht wissen, wo man abends landen wird, einfach mal das angebot eines busunternehmens oder der bahn ausloten und spontan einsteigen...raus aus den fesseln eines festgelegten plans...
oder das touren auf festivals...bepackt mit zelt, schlafsack, bier und fleisch...abseits jeglichen komforts, auge in auge mit der dixie toilette und dem schlammigen boden nach einem nicht auszuschließenden regenschauer...
gemeinsames, kuscheliges lauschen diverser bands -ebenfalls unter freiem himmel- und abendlichem gemeinschaftsgrillen...
darauf freu ich mich kommendes wochenende auf dem southside festival...musikalische action, grillen und gemütliches beisammensein...
warum das alles?
es reiht sich ein in die lange liste von dingen, die spaß machen können... das verständnis von "spaß" kennt für manche halt nur das ergötzen am eigenen gartenzwerg innerhalb der besagten fünfzehn quadratmeter heile neubauwelt...
wenn besagte personen damit glücklich sind...bitte...sollen sie es ruhig sein...
es sei ihnen gegönnt, aber ich bedauere sie gleichzeitig dafür, dass sie wahrscheinlich nie die welt außerhalb ihres plüschkäfigs erfahren werden...
sie lebt, ist grell, laut und bunt, reich an abenteuer und ungewissheit und wartet nur darauf, entdeckt zu werden...
-> ich bin jacks neu erwachtes fernweh
der durchschnittliche deutsche spießer hat es gerne bequem: neubaugebiet... reihenhausidylle mit fünfzehn quadratmeter -bestenfalls- englischem rasen vorm haus und eine garageneinfahrt mit hübsch anzusehendem weißen kies... getreu dem motto "my home is my castle" verschanzt der moderne arbeitnehmer sich gern übers wochenende darin, bei schönem wetter wird die liege in den kleinen garten gerollt und die vorstadtidylle ist perfekt...nestbau nennt sich dieses verhalten auch...
sollte besagte menschen dann doch mal das fernweh packen, dann gehts ab in den robinson club urlaub wo man auch abseits der heimischen vier designtapezierten wände bis zum äußersten verhätschelt und verwöhnt wird...warum sollte man denn auch auf gewohnten komfort verzichten?
es soll ja auch menschen geben, die dem campingwahn verfallen sind... mit einem ebenfalls hochgezüchteten wohnwagen, trailer oder wohnmobil gehts ab auf die campingplätze dieser welt, meist in guter deutscher wirtschaftswundertradition ab über die alpen nach italien...vor ort auf den stellplatz rangiert, die gartenzwege ausgepackt und dann das heimische tv programm per sat schüssel bei einem kühlen deutschen bier genießen...und während oder nach der sportschau die trainerdiskussionen am laufen halten...die nachbarstellplätze sind schließlich auch fest in deutscher hand...
-> ich bin jacks spießige hölle auf erden
für sämtliche gerade beschriebenen gruppen ist es nahezu unverständlich dass es noch andere arten von urlaub gibt...sei es drei wochen usa mit teils spontanen entscheidungen über reiseziele und ständigem aus dem koffer leben...
morgens nicht wissen, wo man abends landen wird, einfach mal das angebot eines busunternehmens oder der bahn ausloten und spontan einsteigen...raus aus den fesseln eines festgelegten plans...
oder das touren auf festivals...bepackt mit zelt, schlafsack, bier und fleisch...abseits jeglichen komforts, auge in auge mit der dixie toilette und dem schlammigen boden nach einem nicht auszuschließenden regenschauer...
gemeinsames, kuscheliges lauschen diverser bands -ebenfalls unter freiem himmel- und abendlichem gemeinschaftsgrillen...
darauf freu ich mich kommendes wochenende auf dem southside festival...musikalische action, grillen und gemütliches beisammensein...
warum das alles?
es reiht sich ein in die lange liste von dingen, die spaß machen können... das verständnis von "spaß" kennt für manche halt nur das ergötzen am eigenen gartenzwerg innerhalb der besagten fünfzehn quadratmeter heile neubauwelt...
wenn besagte personen damit glücklich sind...bitte...sollen sie es ruhig sein...
es sei ihnen gegönnt, aber ich bedauere sie gleichzeitig dafür, dass sie wahrscheinlich nie die welt außerhalb ihres plüschkäfigs erfahren werden...
sie lebt, ist grell, laut und bunt, reich an abenteuer und ungewissheit und wartet nur darauf, entdeckt zu werden...
-> ich bin jacks neu erwachtes fernweh
Sonntag, 15. März 2009
ich bin jacks verzögerung im betriebsablauf
barocke bauten, die frisch renoviert vom glanz vergangener epochen erzählen, moderne glasfassaden die edel und erhaben im wahrsten sinne des wortes von heutigem glanz berichten, jeden sonnenstrahl in die lichtdurchfluteten und großen hallen lassen, in die hallen die menschen zusammenbringen, das tor zur großen weiten welt bedeuten, schauplätze von tränenreichen abschiedsszenen und freudigem wiedersehen...jeder einzelne hat seine eigene geschichte...tag und nacht bevölkern eilig rennende oder wartende menschen den bahnhof...
treffpunkte der kulturen, mc donalds neben dönerbude neben nordsee...arbeitsplatz für hunderte, draußen die leichten damen, drinnen die händler, überall das auffällig unauffällige sicherheitspersonal mit den roten käppchen...
diese tempel des reisens waren anlaufstellen für züge mit klangvollen namen wie "rheingold", "orientexpress" oder "fliegender hamburger" und sind es heute für ihre modernen nachfolger ICE, IC, EC, thalys oder cisalpino...glänzende, saubere und vor allem schnelle züge, die mit 300km/h mehr oder weniger lautlos durch die landschaft rasen...
soweit die theorie, wenn man in einer großstadt wohnt...sollte man allerdings nicht gerade in berlin, hamburg, köln, frankfurt oder münchen wohnen, sieht das bild völlig anders aus...
-> ich bin jacks bittere realität
aus einem tempel des reisens wird ganz schnell eine baracke der abfahrt, für viele ein point of no return vielleicht, eingeworfene oder gar mit brettern verriegelte fenster zeugen vom rückzug aus der ländlichen gegend...es ist kalt, nass und zugig (oha...ungewolltes wortspiel...) auf den bahnsteigen und die menschen die dort tagsüber anzutreffen sind, sind meist pendler und schulschwänzer die gerade heimlich ein mixery trinken, rauchen und mit ihren phätten baggy gangster style hosen das bahnsteigreinigungspersonal entlasten...die gestalten die des nachts dort herumlungern möchte man evtl auch gar nicht wirklich kennen...geschichten die die beiden letztgenannten gruppen so erzählen, bestehen größtenteils aus sinn- und zusammenhanglosem gebrabbel, versehen mit füllwörtern wie "ey alder", "fick disch", "ey isch fick deine...(beliebiges familienmitglied oder haustier einsetzen)", "isch box disch" ... die reihe könnte man noch beliebig fortsetzen...
die züge sind manchmal sauber, meist jedoch erzählt der schmutz eigene geschichten und zeugt vom grauen alltag im nahverkehr...
nun ist nicht wirklich alles schlecht, die neigetechnik zum schnelleren durchfahren der kurven wiegt einen sanft in den schlaf...was nicht wirklich von vorteil ist, wenn man die fahrt zum lernen nutzen will...
besondere freude bei allen reisenden bringt immer wieder die allseits beliebte verspätung...es gilt: alles unter fünf minuten ist keine verspätung...jeder der etwas anderes behauptet ist ein ketzer...
da die bahn alles so transparent wie möglich halten will und keine geheimnisse vor ihren fahrgästen (in fachjargon auch "beförderungsfall" genannt) hat und durch eben diese transparenz auf mehr verständnis hofft, hört der werte fahrgast nun solch wohlklingende ansagen wie "auf grund einer verzögerung im betriebsablauf verzögert sich unsere weiterfahrt um wenige minuten" ... jeder deutschlehrer zückt in gedanken seinen rotstift wegen der wiederholten nutzung von "verzögern" und die übrigen fahrgäste seufzen als zeichen der persönlichen resignation...der ohnmacht gegenüber dem schicksal...
wobei "verzögerung" von besoffenem lokführer eines anderen zuges bis hin zu gegrilltem tier in der oberleitung vieles sein kann und "wenige minuten" auch ein sehr dehnbarer begriff ist...aber der erste schritt hin zu einer besseren informationspolitik ist gemacht...
besonders ärgerlich ist so eine ansage, wenn man schon im einfahrtsbereich des bahnhofs steht und dann warten muss...man sieht wie die minuten verrinnen, man würde am liebsten aussteigen und die letzten meter zu fuß gehn, man sieht vor seinem geistigen auge die anschlussmöglichkeiten ohne einen selbst abfahren...und dann die erlösung, nach schier unendlich anmutenden 5 minuten setzt sich der zug wieder in bewegung um die letzten 200m in schrittgeschwindigkeit zurückzulegen...und es folgt ein erquickender fußmarsch...bewegung an der frischen luft gilt ja als gesund...
in diesem sinne: sänk ju for trävelling wis deutsche bahn
treffpunkte der kulturen, mc donalds neben dönerbude neben nordsee...arbeitsplatz für hunderte, draußen die leichten damen, drinnen die händler, überall das auffällig unauffällige sicherheitspersonal mit den roten käppchen...
diese tempel des reisens waren anlaufstellen für züge mit klangvollen namen wie "rheingold", "orientexpress" oder "fliegender hamburger" und sind es heute für ihre modernen nachfolger ICE, IC, EC, thalys oder cisalpino...glänzende, saubere und vor allem schnelle züge, die mit 300km/h mehr oder weniger lautlos durch die landschaft rasen...
soweit die theorie, wenn man in einer großstadt wohnt...sollte man allerdings nicht gerade in berlin, hamburg, köln, frankfurt oder münchen wohnen, sieht das bild völlig anders aus...
-> ich bin jacks bittere realität
aus einem tempel des reisens wird ganz schnell eine baracke der abfahrt, für viele ein point of no return vielleicht, eingeworfene oder gar mit brettern verriegelte fenster zeugen vom rückzug aus der ländlichen gegend...es ist kalt, nass und zugig (oha...ungewolltes wortspiel...) auf den bahnsteigen und die menschen die dort tagsüber anzutreffen sind, sind meist pendler und schulschwänzer die gerade heimlich ein mixery trinken, rauchen und mit ihren phätten baggy gangster style hosen das bahnsteigreinigungspersonal entlasten...die gestalten die des nachts dort herumlungern möchte man evtl auch gar nicht wirklich kennen...geschichten die die beiden letztgenannten gruppen so erzählen, bestehen größtenteils aus sinn- und zusammenhanglosem gebrabbel, versehen mit füllwörtern wie "ey alder", "fick disch", "ey isch fick deine...(beliebiges familienmitglied oder haustier einsetzen)", "isch box disch" ... die reihe könnte man noch beliebig fortsetzen...
die züge sind manchmal sauber, meist jedoch erzählt der schmutz eigene geschichten und zeugt vom grauen alltag im nahverkehr...
nun ist nicht wirklich alles schlecht, die neigetechnik zum schnelleren durchfahren der kurven wiegt einen sanft in den schlaf...was nicht wirklich von vorteil ist, wenn man die fahrt zum lernen nutzen will...
besondere freude bei allen reisenden bringt immer wieder die allseits beliebte verspätung...es gilt: alles unter fünf minuten ist keine verspätung...jeder der etwas anderes behauptet ist ein ketzer...
da die bahn alles so transparent wie möglich halten will und keine geheimnisse vor ihren fahrgästen (in fachjargon auch "beförderungsfall" genannt) hat und durch eben diese transparenz auf mehr verständnis hofft, hört der werte fahrgast nun solch wohlklingende ansagen wie "auf grund einer verzögerung im betriebsablauf verzögert sich unsere weiterfahrt um wenige minuten" ... jeder deutschlehrer zückt in gedanken seinen rotstift wegen der wiederholten nutzung von "verzögern" und die übrigen fahrgäste seufzen als zeichen der persönlichen resignation...der ohnmacht gegenüber dem schicksal...
wobei "verzögerung" von besoffenem lokführer eines anderen zuges bis hin zu gegrilltem tier in der oberleitung vieles sein kann und "wenige minuten" auch ein sehr dehnbarer begriff ist...aber der erste schritt hin zu einer besseren informationspolitik ist gemacht...
besonders ärgerlich ist so eine ansage, wenn man schon im einfahrtsbereich des bahnhofs steht und dann warten muss...man sieht wie die minuten verrinnen, man würde am liebsten aussteigen und die letzten meter zu fuß gehn, man sieht vor seinem geistigen auge die anschlussmöglichkeiten ohne einen selbst abfahren...und dann die erlösung, nach schier unendlich anmutenden 5 minuten setzt sich der zug wieder in bewegung um die letzten 200m in schrittgeschwindigkeit zurückzulegen...und es folgt ein erquickender fußmarsch...bewegung an der frischen luft gilt ja als gesund...
in diesem sinne: sänk ju for trävelling wis deutsche bahn
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