Montag, 22. Juni 2009

ich bin jacks temporäres feuchtgebiet I

bevor wir richtig einsteigen, eine kleine faustformel zur berechnung des wetters zum hardcorecampen:

man nehme die regenwahrscheinlichkeit x (x >0), welche von teilweise renommierten instituten anhand komplizierter formeln und berechnungen und einer prise von "ich guck ma aus ´em fenster wie wolkig es ist" ermittelt wird, als ausgangsbasis...

wenn {regenjacken} >= 1, dann x = x - 10%
wenn {pavillonzelte} > 0, dann x = x - 10%
wenn {wechselklamotten} <= anzahl campingtage+1, dann x = x + 25%
wenn {wasserdichtes schuhwerk} <= 2 paar, dann x = x + 25%

wenn {winterjacken} = { }, dann x = x +x
wenn {zelt} = 0, dann x = x ³

für das southside festival waren 60% regenwahrscheinlichkeit bei wetter.com angegeben... ich hatte mir in eine regenjacke eingepackt, also sind wir laut formel noch bei 50% ... ein tolles pavillonzelt hatten wir auch parat, also sinkt die regenwahrscheinlichkeit auf 40% ... da ich allerdings begrenzte platzverhältnisse im rucksack hatte, nahm ich nur ein paar wechselklamotten mehr mit, als zeitlich nötig gewesen wäre, somit stieg die regenwahrscheinlichkeit wieder auf 65% ...im nachhinnein weiß ich jetzt, dass von meinen zwei paar schuhen nur eines wasserdicht ist, stieg die regenwahrscheinlichkeit auf 90% an... die tatsache, dass ich nun noch meine dicke jacke im abfahrtsstress daheim vergessen hatte, machte eine krasse regenwahrscheinlichkeit von 180% für letztes wochenende... und was soll ich sagen?
jedes einzelne prozent ist eingetreten und hat sich in form von wasser und feuchtigkeit durch jede lage kleidung bis auf die haut vorgekämpft...

donnerstags war die wetterlage noch in ordnung, wir kamen am festivalgelände an und standen erstmal mit mehreren tausend anderen zusammen am einzigen (!) kassenhäuschen des westeingangs an...nach einer guten halben stunde anstehen kamen wir wenigstens schonmal in die nähe des eingangs, dort stand ein securitymitarbeiter mit einem etwas größeren megaphon auf der schulter, ein anderer sprach aus dem abseits die infobotschaften: "bitte weitergehn, nicht stehnbleiben, achtet auf eure mitmenschen, kein kratzen, beißen oder spucken bitte..."
ich weiß ja nicht, ob es den leute vielleicht entgangen sein sollte oder nach zehn festivals noch nicht aufgefallen ist, aber eine menschenmasse, die 50 leute + gepäck breit ist, auf die breite 1+gepäck zu kanalisieren, ist zeitaufwendig, mit drängeln und schubsen und fluchen verbunden und es bleiben dort schon teilweise campingutensilien auf der strecke, die einfach zerdrückt werden...

dank unserer jahrelangen festivalerfahrung, strategisch gut gewählter positionierung und ellbogeneinsatzes kamen wir unbeschadet hindurch...

-> ich bin jacks erstes etappenziel

der zeltplatz in seiner ganzen alternativen pracht lag vor uns...schon leicht verdreckt weil sich außer uns noch weitere 29.997 menschen entschieden hatten, einen tag früher anzureisen...es bot sich das gleiche bild wie immer: auf der landebahn welche den zeltplatz in zwei hauptbereiche trennt, tobt das bunte alternative savoir vivre: müll, dosenfußball, saufspiele, radfahrer, verkleidete menschen, rotes kreuz, grüne minna und nochmehr müll...

an unserer stammecke angekommen, mussten wir feststellen, dass die guten plätze alle schon vergeben waren und wir dann notgedrungen einen platz mittendrin nehmen mussten... die meisten gespräche mit anderen leuten liefen wie folgt ab: wir: "tschuldigung, ist hier noch ein bisschen platz für uns?" (fläche groß genug für mit einem möbelwagen zu wenden) antwort (in meist fränkischem oder bayerischem akzent) "ne...des is reserviert...wir brauchen des noch für...freunde..." viele dieser freunde scheinen es sich spontan noch anders überlegt zu haben, denn es war noch viel platz über das gesamte wochenende...

wir fanden trotzdem unseren platz für zelte und pavillon, bauten schnell auf und nachdem wir die gesamten vorräte im vorratszelt verstaut hatten, wurde ersteinmal eine runde gegrillt...fleisch und bier, das lob ich mir...

erstes negativerlebnis: einer unserer besoffenen fränkischen nachbarn hat gegen zwölf uhr nachts an unser zelt gepisst...wir hatten dies aufgrund von unserer musik und angeregter unterhaltung erst nicht gehört ... aber ein plätscherndes geräusch unterbrach unser gespräch und auch auf lautes zurufen hin, kam keine reaktion des pissers...er verschwand dann wieder im dunkel...

ab diesem zeitpunkt war das nachbarzelt, bzw die wand davon, ziel diverser wurfattacken mit müll, essens- und getränkeresten...darüber hinaus wurde ab 22:45 zurückgesungen...

ich glaube solange wie an dem abend habe ich lange nicht mehr gesungen, es ging bis morgens um halb sechs, als wir beschlossen, noch eine kleine runde über den gesamten zeltplatz zu drehen...singenderweise versteht sich...

somit war der grundstein für ein mehr oder weniger durchwachsenes verhältnis zu den franken gelegt...die ausnahme bildete hierbei ein zelt voller mädels, die zumindest die musikauswahl gut fanden, aber keine weiteren urteile zu unseren sangeskünsten abgaben... wie war das? wenn man nichts gutes sagen kann, dann... naja...

der erste abend war trotz alledem richtig klasse!

Mittwoch, 17. Juni 2009

ich bin jacks nonkonforme südseite

eine weitere kurze unterbrechung der USA berichte reihe mit der ankündigung, dass dieses wochenende auf grund nachfolgend genannter umstände auch wieder eine kleine beitragsflaute herrschen wird... ich bin ja sowas von im stress... (mitleidsbekundungen sind wie immer gerne gesehn...)

der durchschnittliche deutsche spießer hat es gerne bequem: neubaugebiet... reihenhausidylle mit fünfzehn quadratmeter -bestenfalls- englischem rasen vorm haus und eine garageneinfahrt mit hübsch anzusehendem weißen kies... getreu dem motto "my home is my castle" verschanzt der moderne arbeitnehmer sich gern übers wochenende darin, bei schönem wetter wird die liege in den kleinen garten gerollt und die vorstadtidylle ist perfekt...nestbau nennt sich dieses verhalten auch...

sollte besagte menschen dann doch mal das fernweh packen, dann gehts ab in den robinson club urlaub wo man auch abseits der heimischen vier designtapezierten wände bis zum äußersten verhätschelt und verwöhnt wird...warum sollte man denn auch auf gewohnten komfort verzichten?

es soll ja auch menschen geben, die dem campingwahn verfallen sind... mit einem ebenfalls hochgezüchteten wohnwagen, trailer oder wohnmobil gehts ab auf die campingplätze dieser welt, meist in guter deutscher wirtschaftswundertradition ab über die alpen nach italien...vor ort auf den stellplatz rangiert, die gartenzwege ausgepackt und dann das heimische tv programm per sat schüssel bei einem kühlen deutschen bier genießen...und während oder nach der sportschau die trainerdiskussionen am laufen halten...die nachbarstellplätze sind schließlich auch fest in deutscher hand...

-> ich bin jacks spießige hölle auf erden

für sämtliche gerade beschriebenen gruppen ist es nahezu unverständlich dass es noch andere arten von urlaub gibt...sei es drei wochen usa mit teils spontanen entscheidungen über reiseziele und ständigem aus dem koffer leben...
morgens nicht wissen, wo man abends landen wird, einfach mal das angebot eines busunternehmens oder der bahn ausloten und spontan einsteigen...raus aus den fesseln eines festgelegten plans...

oder das touren auf festivals...bepackt mit zelt, schlafsack, bier und fleisch...abseits jeglichen komforts, auge in auge mit der dixie toilette und dem schlammigen boden nach einem nicht auszuschließenden regenschauer...
gemeinsames, kuscheliges lauschen diverser bands -ebenfalls unter freiem himmel- und abendlichem gemeinschaftsgrillen...
darauf freu ich mich kommendes wochenende auf dem southside festival...musikalische action, grillen und gemütliches beisammensein...

warum das alles?

es reiht sich ein in die lange liste von dingen, die spaß machen können... das verständnis von "spaß" kennt für manche halt nur das ergötzen am eigenen gartenzwerg innerhalb der besagten fünfzehn quadratmeter heile neubauwelt...
wenn besagte personen damit glücklich sind...bitte...sollen sie es ruhig sein...

es sei ihnen gegönnt, aber ich bedauere sie gleichzeitig dafür, dass sie wahrscheinlich nie die welt außerhalb ihres plüschkäfigs erfahren werden...
sie lebt, ist grell, laut und bunt, reich an abenteuer und ungewissheit und wartet nur darauf, entdeckt zu werden...

-> ich bin jacks neu erwachtes fernweh

Montag, 15. Juni 2009

ich bin jacks big apple II

...die ersten tage...

kaum war ich MI abend vor ort angekommen, ging es auch schon fast los mit der erkundungstour... doch vorher hatte ich noch zwei wünsche: was zu trinken und eine dusche... beides wurde mir gewährt und so war ich trotz 13std reise doch noch relativ fit für eine kreuzfahrt auf dem hudson und dem east river samt gemeinsamen buchtbereich...all you can drink and eat war angesagt...zusammen mit jeder menge anderer deutscher praktikanten und jobber... ein munterer haufen war da unterwegs...
der unbestrittene höhepunkt der tour war die vorbeifahrt gaaaaaaaaanz nah an lady liberty...gespickt mit einer kurzen pause...die motoren des schiffs gehn aus, aus den lautsprechern ertönt erst die nationalhymne gefolgt von "new york new york" von sinatra...

-> ich bin jacks patriotischer overkill

danach ging es dann noch in einen club in der stadt zu dem wir mangels taxi mit einer limo gefahren wurden, kostete ein wenig mehr, aber das erlebnis hatte was für sich...

am nächsten tag ging ich morgens auf eigene faust auf entdeckungstour in manhattan downtown...abseits des financial districts und der touristenbezirke...
nach einiger zeit drückte die blase und ich beschloss eine landestypische fastfoodlokalität aufzusuchen um bei der gelegenheit auch gleich noch zu frühstücken...

aber in dem stadtbezirk in dem ich wandelte, schien es keine meiner präferierten lokale zu geben, immerhin hab ich geschätze 20 starbucks und dunkin´ donuts gefunden...letztendlich führte mich mein kleines bedürfnis in ein cafe wo ich einen alibi osaft getrunken hab...

in den folgenden tage hab ich mal mit und mal ohne begleitung fast alle sehenswürdigkeiten erwandert und gesehen...tagesmärsche von fast 10km waren keine seltenheit...

mehr zu clubs und landestypische eigenheiten sowie kurze berichte über miami und washington werde ich bei gelegenheit einstreuen ;-)

Sonntag, 14. Juni 2009

ich bin jacks unstillbare gier

aus aktuellem anlass ein kurzer einschub in den erlebnisberichtereigen...

gestern war ich auf grund der jubiläumsfeier (eine hüpfburg, ein süßigkeitenstand, ein bierzelt, diverse infostände von partnerunternehmen) zum zehnjährigen bestehen meines arbeitgebers den ganzen tag damit beschäftigt, an einem infostand freundlich und kompetent rede und antwort zu stehn und nebenbei noch die von mir in auftrag gegebenen werbegeschenke an den mann / die frau / das kind zu bringen... und dabei taten sich oftmals unvorstellbare menschliche abgründe auf...

der normale besucher geht an einen infostand, wenn er interesse an dem dort präsentierten thema hat und ggf noch ein paar fragen beantwortet wissen möchte... dann nimmt er sich einen kugelschreiber und ein blöckchen und zieht weiter seine kreise ... auf der suche nach weiteren informationen oder essen und trinken oder was auch immer...

dann gibt es natürlich noch diejenigen besucher, die nur wegen der feierei gekommen sind, am infostand ein wenig interesse heucheln und dann einen kugelschreiber, einen block, einen bleistift, einen einkaufswagenchip und einen radiergummi abgrasen und weiterziehen... ähnlich auch der nach wie vom im verhalten des menschen verwurzelte jäger und sammler... diese art von person macht sich nicht einmal die mühe, interesse zu heucheln... sie greifen einfach von jedem werbegeschenk mindestens zwei stück ab (für kinder, freunde, lebensabschnittsgefährten, haustiere...etc) und gehen meist wortlos weiter...falls fragen gestellt werden, handeln sie meist von "habt ihr noch mehr?" ... aus ökonomischer sicht ist dieses verhalten auch sinnvoll, denn auch ohne mühsam interesse zu heucheln, bekommen die leute ihre werbegeschenke... die dabei gesparte energie kann dann später für andere zwecke genutzt werden... (bierstand oder so...)

-> ich bin jacks kluge taktik

auch eine dreiste und viel genutzte variante:
ein junges pärchen mit zwei kindern (ca ein und ca fünf jahre) kommt vorbei, augenscheinlich etwas alternativer eingestellt da birkenstockträger, alle drei tragen an tropenhelme erinnernde sonnenhüte und klamotten, die scheinbar aus jute oder einem ähnlichen ökostoff geschneidert sind...
die beiden alten lesen scheinbar relativ interessiert die informationen und sind einen gespräch über das umweltschonende bahnfahren auch aufgeschlossen... dann aber: anstatt sich selbst was zu holen kommt vom vater folgender spruch: "ben-luca...kuck mal, du möchtest doch bestimmt einen kugelschreiber..."
...
aber ben-luca hatte längst die hüpfburg erspäht und ihm war somit der billige kugelschreiber völlig egal... papas sammeltrieb konnte aber so nicht befriedigt werden, also wurde ben-luca mal schnell auf den arm genommen und dann wieder: "ben-luca...hier kuck mal, du möchtest doch bestimmt einen kugelschreiber...und einen block, damit du später auf der heimfahrt was malen kannst..."

es hat mich eigentlich ein wenig verwundert, dass ben-luca nicht auch noch einen einkaufswagenchip hätte wollen sollen, damit er kommende woche besser das freilebende biogemüse aus bodenhaltung beim ökomarkt einkaufen kann...

aber so wie ben-luca ging es vielen kindern an diesem tag: die eltern schoben sie vor um ordentlich einzustecken was kostenlosen kram angeht...

dabei war auch den ganzen tag über zu beobachten dass der gemeine besucher grundsätzlich mehr einsteckt, wenn niemand am stand steht... wenn personal vor ort ist, wird brav nur ein stück pro artikel eingeseckelt...

-> ich bin jacks kleine sozialstudie

den vogel abgeschossen hat eine etwas seltsam anmutende, korpulente frau mit ihrer mutter (gleiche statur und äußeres erscheinungsbild) samt einer kinderschar... immer wenn ich oder meine kollegin gerade nicht am stand waren, stand sie auf und sammelte mehrere kugelschreiber, bleistifte und blöcke ein und verschwand dann wieder an ihren platz im bierzelt...
das ganze hat sie dreimal gemacht und ist immer mit vollen händen zu ihrem platz zurückgekehrt...einmal kam sie noch mit ihrer mutter als wir am stand präsent waren mit folgenden worten "hier mutti, nimm dir auch noch was mit..." und räumte wieder diverse stifte und radiergummis ab...gegen ende des festivitäten stand besagte frau in der nähe des standes um eines der kinder in der hüpfburg zu beobachten...wir saßen ein wenig abseits -den stand im blick- im schatten... besagte frau näherte sich unauffällig dem stand... kurz darauf lehnte sie am stand...dann rief sie das kind zu sich und dann im umdrehen beim weggehen steckte sie noch schnell einen bleistift ein... wir waren erfüllt von einer mischung aus erstaunen und empörung... aber es kam noch besser:
die gesamte personenschar saß bereits im abfahrbereiten zug, da springt eines der kinder wieder raus...rennt an den stand und greift noch einen kugelschreiber ab...
geschätzte beute: zwölf kugelschreiber, ebensoviele bleistifte, jede menge radiergummis und luftballons sowie fünfzehn einkaufswagenchips...
unsere vermutung: die ganzen sachen stehen demnächst bei ebay oder werden sonstwie vertickt...
wundervoll: kostenlose dinge für geld verscherbeln...

-> ich bin jacks kluge geschäftsidee

Samstag, 13. Juni 2009

ich bin jacks big apple I

...die anreise...

da dies mein erster interkontinentalflug war, war ich entsprechend unerfahren und ein wenig neugierig auf den flug, das umsteigen, die passkontrolle, das interview mit homeland security und was noch so alles angefallen ist...

zu meiner positiven überraschung verlief alles problemlos in frankfurt, ich hatte schnell eingecheckt, meinen -damals noch intakten- koffer abgegeben und saß nach einiger wartezeit dann bequem in der sardinenbüchse im hinteren teil des flugzeugs zwischen einem ami auf heimreise und einem deutschen urlauber... bekanntschaften auf flügen sind meist genauso wie alle anderen dinge: portioniert... portioniertes salz zum essen, portioniertes essen zum salz und eben portionierte bekanntschaften bei denen man innerhalb von wenigen stunden diverse informationen austauscht über leben, ziele und reisen... nur unterbrochen vom entertainmentprogramm und dem auftreten der stewardessen...

-> ich bin jacks smaller talk...

der deutsche war mit seiner familie auf dem weg zum wohlverdienten urlaub und der ami seinerseits war auf besuch in deutschland und entsprechend auf dem weg in die heimischen gefilde...

in philadelphia angekommen gings erstmal zum interview mit photoshooting und fingerabdrücken geben... ich wurde relativ geschickt in ein gespräch verwickelt bei dem ich über umwege alles erzählt hab, was auf meinem reisepass an info eingebaut is, nur damit der gute mann sichergehn konnte, dass ich auch wirklich ich bin...nachdem sein wissendurst gestillt war und ich ihn scheinbar überzeugen konnte, dass ich weder eine gefahr für sein schönes homeland bin oder in der absicht eines terroristischen anschlags kam, durfte ich dann meinen koffer in empfang nehmen...

damit wiederrum musste ich zur zollkontrolle um dort den netten blauen zettel -welchen ich im flugzeug zusammen mit einem grünen zettel für die aufenthaltsgenehmigung ausgefüllt hatte- abzugeben und auf eine schnelle kontrolle meines gepäcks zu hoffen...

ich wurde von zwei relativ motivationslosen beamten empfangen, die mich kurz mit müdem blick gemustert hatten und mich dann durchgewunken haben... was ich da hätte alles schmuggeln können...

-> ich bin jacks verpasste chance...

anschließend musste ich per shuttlebus ans andere ende des flughafens zu meinem anschlussflug nach new york...da nicht nur ich dieses ziel hatte, stellte sich die prozedur des wiedereincheckens als sehr zeitaufwändig heraus -vor allem weil ich geschätzte 32 mal meinen bordpass und den reisepass zeigen musste- und ich kam nur sehr knapp zum gatebereich und konnte gerade noch rechtzeitig das flugzeug betreten...

der flug nach new york im charterjet verging recht schnell und ich konnte einen teil der ostküste von oben bequem betrachten... in new york vergingen nochmal 20 endlose minuten bis endlich mein koffer auf dem laufband erschien...dann standen am ausgang diverse taxifahrer scheinbar indischer herkunft, die beim anblick sovieler frischer touristen wahrhaftig glitzernde dollarzeichen in den augen hatten und den big deal witterten... nur so aus spaß hab ich einem ma gesagt ich müsse nach manhattan und als antwort bekam ich "special prissssse 75 dollarrrr" ...
meine antwort "no, I walk" wurde mit einem abfälligen kopfschütteln bedacht und so näherte ich ich der bushaltestelle... dank dem tripplanner der new yorker verkehrsbetriebe alles kein problem...

-> ich bin jacks bepackter esel...

bis auf die tatsache dass ich in einem reisebericht gelesen hatte, dass die öffentlichen verkehrsmittel in new york nicht dafür gemacht wären, reisende mit koffer zu transportieren...
ich hielt es für eine übertreibung, aber wurde eines besseren belehrt... bis zum umstieg in die ubahn stand ich mitten im gang zwischen drei türmen aus koffern und hoffnungslos überlasteten touristen... in der ubahn hingegen war ein wenig mehr platz, aber wie gesagt: nicht für langstreckenreisende mit viel gepäck gedacht... nach 45 min fahrt war ich endlich da: broadway, manhattan downtown... alles das was man vorher nur aus dem fernsehn kannte nur live vor der eigenen nase...der geruch der großstadt, menschenmassen von überall aus der welt, unmengen von gelben taxis...gehupe ohne ende und polizeisirenen...

ich bin in new york...

Freitag, 12. Juni 2009

ich bin jacks unglaubliche reise

...mit einer verrückten fluggesellschaft II

da der pilot seiner kleinen turboprop ordentlich die sporen gegeben hat, waren wir in 45 statt 55 minuten in philadelphia angekommen...ganz große klasse, die zehn minuten machen bei sieben stunden nicht mehr sonderlich viel aus...

der erste weg führte dann zum hoffnungslos überlasteten servicedesk im terminalgebäude, denn nicht nur wir sondern auch hunderte andere fluggäste die mit anderen maschinen gekommen waren, waren für diesen abend gestrandet...der frust und der ärger waren groß und nach weiteren anderthalb stunden anstehen kamen meine drei mitstreiterdeutschen und ich an die reihe...natürlich ging kein weiterer flug mehr nach deutschland um die uhrzeit, eine möglichkeit die uns angeboten wurde, wäre am nächsten morgen nach boston und von dort am nachmittag nach deutschland zurück...aber was sollte das bringen? einen tag in boston am flughafen rumhängen...
that was not an option...

schließlich konnten wir uns dann für entsprechend gleichen flug umbuchen lassen, den wir verpasst hatten, nur eben einen tag später... nun begann der kampf um eine angemessene entschädigung: ein hotel für die nacht sollte her und die mitarbeiterinnen an besagtem servicedesk waren erst nicht bereit uns eines zur verfügung zu stellen, es kam zu diversen emotional geladenen unterhaltungen mit den ebenfalls gestressten damen vor ort...nach einiger zeit verlangten wir dann den manager, dieser kam dann auch recht schnell und war bereit uns und anderen ein hotelzimmer zu bieten...

name und telefonnummer eines hotels wurden mir auf meinen gutschein geschrieben, ein shuttle würde uns am ausgang des terminals abholen und es wäre alles vorbereitet...
ein wenig halbherzige erleichterung machte sich dann doch breit, wir waren müde und gestresst und deshalb sehr froh darüber, in absehbarer zeit in einem bett zu liegen...

wir warteten dann mit mehreren anderen fluggästen, die ins gleiche hotel gebucht wurden wie wir, am ausgang des terminals auf das versprochene shuttle... was kam waren nur shuttles von so ziemlich allen anderen hotels in philadelphia, aber nicht das von uns erwartete... so wollten wir uns beim hotel telefonisch informieren und die erste große verwirrung der hotelsuche war perfekt: die damen am servicedesk gaben vier verschiedene telefonnummern für ein und das selbe hotel an die verärgerten kunden weiter... und wie sich dann herausstellte führte keine der vier nummern zum besagten hotel... aber auch die hotels die wir erreichten, hatten keine zimmer mehr...
so standen wir da, vier deutsche, zwei franzosen, ein belgier und drei engländer ... auf ein hotel gebucht das niemand erreichen konnte und ohne aussicht auf ein zimmer in einem anderen hotel um diese uhrzeit...(23:30 ortszeit)

-> ich bin jacks laune auf dem tiefpunkt...

nachdem auch das 17. fremde shuttle uns mit den worten "no rooms" abgewiesen hatte, wollte ich meinem ärger mal kurz luft machen und lief zurück in den flughafen, ziel war der servicedesk an dem die -freundlich ausgedrückt- weniger begabten mitarbeiterinnen die nummern rausgerückt hatten.... aber denkste: mittlerweile war der gatebereich geschlossen und mit einem gitter abgesperrt... mein rütteln am gitter machte allerdings das securitypersonal auf mich aufmerksam...
auf meine kurze aufgebrachte erklärung hin wurde mir lediglich in lapidarem ton (und mittlerweile wieder ohne einer hand an der waffe...) erklärt, ich solle das "whitephone" nutzen, welches sich gegenüber an der wand befände...

ganz großes tennis, das ist GENAU das was ich will wenn ich mehrere tausend meilen von daheim nachts auf einem flughafen festsitze weil inkompetente und schlecht gelaunte mitarbeiter mir falsche telefonnummern zu einem ominösen hotel geben: ein anderes telefon nutzen um einem gelangweilten callcenter agenten, welcher evtl noch ein paar hundert meilen entfernt ist, mein problem zu schildern, was ihm ggf wiederum ein paar meilen am allerwertesten vorbei geht...

doch zu meiner überraschung war der gute mann am anderen ende der leitung äußerst hilfsbereit, rückte nach kurzer zeit mit einer weiteren nummer raus und meinte, dass nun alles geklärt sein, wir bräuchten uns nur beim hotel zu melden...

meinereiner lief dann mit der nummer wieder nach draußen, wir rufen an, erfahren dass erfreulicherweise noch zimmer frei sind, allerdings kein shuttle verfügbar sei und sie auch die hotelgutscheine von us airways nicht akzeptieren würden...

letzteres sorgte für weiteren unmut und zorn, war uns aber in dem moment sowas von egal, wir riefen uns ein taxi und wurden zum hotel gefahren... dort angekommen wurde uns dann mitgeteilt, dass scheinbar auf grund meines telefonats mit dem callcenter der besitzer des hotels von us airways mitarbeitern angeklingelt wurde mit der bitte, hotelgutscheine doch anzunehmen...

das hotel selbst hatte einen pool und geräumige, gut ausgestattete zimmer mit eigenem bad und fernseher... nach einem späten abendessen bestehend aus chips, himbeerkeksen und einer packung m&ms schlief ich dann so gegen halb 4 endlich ein...

den darauffolgenden tag verbrachte ich mit schlafen und am pool chillen bis wir gegen fünf uhr abends mit einem kleinbus zum flughafen gebracht wurden...diesmal war das wetter ein wenig besser und der flug on time...

doch nachdem wir dann endlich im flugzeug saßen und zur geplanten abflugzeit noch immer am gate standen, war schnell klar dass wir hier auch wieder mit verspätung rauskommen wollten...wenigstens saßen wir im richtigen flugzeug und es gab keinen anschluss zu verpassen...

nachdem wir auf dem weg zum rollfeld waren, meldete sich der pilot mit den worten "ich habe eine gute und eine schlechte nachricht: die gute: wir haben startfreigabe, die schlechte: wir sind in der warteschlange auf position 30" daraufhin ging ein raunen durch den flieger, von der firstclass bis hinter in die letzten ecken der economy class...

nach zwei endlos scheinenden stunden stop and go vorantasten zur startbahn hoben wir dann endlich ab... aus spaß hab ich einen der stewards mal gefragt wie es denn mit einem kostenlosen bier aussähe wegen der unannehmlichkeiten...und siehe da, wenig später bekam ich ein bier umsonst und spät in der nacht sogar noch eins... wenigstens hier konnte us airways minimale pluspunkte sammeln...

-> ich bin jacks kleine gaumenfreude

und schließlich und endlich kam ich dann donnerstag mittag um zwölf uhr mitteleuropäischer sommerzeit in frankfurt airport an, ohne schlaf aber dafür mit 26 stunden (in worten sechsundzwanzig...) verspätung, einer menge erfahrung, spaß und abenteuer...

mehr dazu die tage

Donnerstag, 11. Juni 2009

ich bin jacks unglaubliche reise

...mit einer verrückten fluggesellschaft...

jack is back ;-)

ich fange meinen kleinen großen reisebericht ma damit an, was alles schiefgelaufen ist...

oftmals redet man sich ja ein, dass gewisse ereignisse als vorboten weiterer und vor allem noch viel schlimmerer folgeereignisse gelten...frei nach dem motto "der tag hat schon schlecht begonnen..."

es ist montag ca 10:30 ortszeit in washington d.c., mein kumpel m. und ich sind auf dem weg zur busstation um mit dem berühmten greyhound zurück nach washington zu fahren...a very american way of travelling... beide sind wir bestückt mit voller reiseausrüstung: ich einen koffer und einen rucksack, m. mit koffer und handgepäck... alles läuft gut, wir werden pünktlich am terminal ankommen, bis plötzlich und ohne vorwarnung mein koffer ein schicksal ereilt, welches man hierzulande höchstens von ice3 zügen kennt... die achse der laufräder bricht und mein koffer kommt -anders als die ice züge- ins trudeln und schlittern und es wird auch merklich schwerer ihn zu ziehen... ein verwunderter blick zurück enthüllt das ausmaß des zwischenfalls: das rad liegt einige meter weiter hinten, die kofferunterseite weist schleifspuren auf... seit diesem moment nun musste ich meinen 20-25 kg schweren koffer tragen...was die reise nicht unbedingt angenehmer machte...

leicht transpiriert und außer atem kamen wir dann doch noch am terminal an, nur um zu erfahren, dass unser bus, auf den wir ursprünglich gebucht waren, nun überbucht sei... uns und anderen verwirrten und verärgerten reisenden würde aber selbstverständlich ein ersatzbus bereitgestellt...dieser kam dann wirklich auch nur wenige minuten nachdem der eigentliche bus das terminal verlassen hatte... schien ja alles nochmal ein gutes ende zu nehmen... allerdings stellte sich bald während der ansprache von curtis, unserem driver, heraus, dass dieser bus nicht wie angekündigt ein expressbus ist, sondern noch einige zwischenhalte vor sich hat... aus geplanten viereinhalb stunden wurden schließlich sechseinhalb stunden... vor allem dadurch dass curtis bei jedem halt durch seine sprechanlage angab, in zehn minuten wieder da zu sein...aber jedesmal waren es mindestens 20 - 30 minuten in denen er einfach weg war...

in new york angekommen mussten m. und ich dann feststellen, dass wir leider unsere geplante übernachtungsstätte vergessen konnten, da unserer gastgeberin was dazwischengekommen war...die hotelsuche samt (kaputtem) gepäck abends um sieben in new york -genauer gesagt am times square- gestaltet sich als relativ aufwändig...nachdem wir dann drei verschiedene hotels in laufreichweite sondiert hatten und telefonisch einige absagen erhalten hatten, bezogen wir unser quartier im new york inn... einer absteige nahe am times square... vom niveau her bestenfalls ein stern aber immerhin ein HD plasma TV im zimmer, was den wert des interieurs um mindestens 600% anhob... da das wetter miserabel war, beschlossen wir, den abend mit bier und fernsehn zu verbringen...

der wetterbericht am nächsten morgen verhieß ebenfalls nichts gutes für den abend: gewitter und starker regenfall...trotzdem machte ich mich dann auf zum new yorker flughafen laguardia um meinen flug nach philadelphia anzutreten...bei ankunft im check-in bereich wurde mir noch großspurig versichert dass der flug on time sei... leichte hoffnung meinerseits macht sich breit... am gate angekommen ist auch noch alles in butter, die us airways mitarbeiterinnen haben dann plötzlich einen ganz tollen plan: ich (und einige andere auch) soll einen früheren flug nach philadelphia nehmen, dann kriege ich auf jeden fall meinen transatlantikflug...

-> ich bin jacks verlockendes angebot

und natürlich nahm ich besagtes angebot an und wanderte zu einem anderen gate und zu meinem neuen flieger...dort angekommen sah ich, dass der flug zum zeitpunkt meines eintreffens (16:00) schon über zwei stunden zu spät ist...geplanter starttermin war 14:00 ...
nach einigem hin und her und diversen wetterbedingten "cancel" nachrichten anderer flüge begann das boarding um 17:00... wie ich mitbekommen hatte, waren noch einige andere reisende mit dem ziel europa an bord, drei weitere die dann sogar mit mir nach frankfurt fliegen sollten...

schon vom gatebereich aus war deutlich zu sehen, dass sich eine schlange von flugzeugen langsam über das gelände zur startbahn schob... und auch in unserem flugzeug selbst meldete sich der kapitän alsbald und verkündete dass es ca 45 minuten dauern würde, bis wir an der reihe wären... merken wir uns kurz: 17:00 plus 45 minuten = 17:45...

17:20 - wir rollen los

17:25 - wir stehen wieder

17:45 - entgegen der ankündigung stehen wir noch immer

18:00 - pilot meldet eine warteschlange von 60 maschinen...wir stehen an position -yepp, genau- 60...es dauere noch unbestimmte zeit

18:10 - pilot meldet einen groundstop in philadelphia, dort dürfen keine maschinen mehr landen...

18:20 - pilot meldet groundstop sei aufgehoben, wir bewegen uns wieder langsam

18:50 - pilot meldet dass es nur sehr langsam vorangeht (wär hätte das gedacht...) spätestens hier wird uns vier deutschen klar, dass der anschlussflug in gefahr ist

19:25 - wir sind schon relativ weit vorne und pilot meldet verhalten optimistisch dass wir in 25 minuten starten könnten... anschlussflüge könnten aber wegen genereller verspätung in philli erreicht werden...

19:50 - wir stehen immernoch

20:20 - wir stehen immernoch, regulärer abflugzeitpunkt des anschlussfluges, aber dieser ist zum glück auch verspätet

-> ich bin jacks harte geduldsprobe...

20:45 - pilot meldet erneuten groundstop in philli, interessanterweise hebt zu diesem zeitpunkt die maschine nach frankfurt ab... frust und ärger machen sich in der kleinen turbopropmaschine breit... pilot möchte warten bis 21:00 um dann ein update aus philli zu erhalten, andernfalls müssten wir zurück zum gate...die stewardess versucht eine abstimmung aber die zahl derer die unbedingt starten wollen überwiegt

21:00 - pilot gibt vollen schub, die propeller geben alles und das flugzeug startet mit sieben stunden (!!!) verspätung...der flug nach frankfurt ist längst weg und krisensbesprechungen machen die runde... was nun?